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Alles nur Vorfreude: ein bisschen granteln und ungeduldiges Scharren mit den Hufen

März 18, 2007

„Wenn man in München das Wort „Oper“ sagt, dann leuchten die Augen der Menschen. Wenn sie aber „Oper“ in Berlin sagen, dann hören sie „na wat willste, wa? geh ma ins Schauspiel, kannste wat lernen“. Eine Verankerung der Kunstform Oper in der Gesellschaft einer Stadt und in dem Bewusstsein ihrer Bewohner, wie es in München der Fall ist, finden Sie nirgendwo sonst auf der Welt.“

Sagt Doris Soffel in der neuen Takt Ausgabe der Bayerischen Staatsoper. (via Zeitungsleser)

Sie singt die Marfa in der Neuinszenierung von Mussorgskys „Chowanschtschina“, die heute Premiere hat, und für die es sogar noch Karten gibt. Was der Münchner Bauer eben nicht kennt, dass frisst er nicht so ohne weiteres. Oder er lässt vorkosten und geht in die zweite oder dritte Vorstellung.

Besetzung

Musikalische Leitung – Kent Nagano
Inszenierung, Bühne und Kostüme – Dmitri Tcherniakov
Licht – Gleb Filshtinsky
Chöre – Andrés Máspero
Dramaturgie – Alexej Parin, Ingrid Zellner

Iwan Chowansky – Paata Burchuladze
Andrej Chowansky – Klaus Florian Vogt
Wassilij Golizyn – John Daszak
Bojar Schaklowity – Valery Alexejev
Dossifej – Anatoli Kotscherga
Marfa – Doris Soffel
Altgläubige – Helena Jungwirth, Lana Kos, Anaïk Morel
Schreiber – Ulrich Reß
Emma – Camilla Nylund
Kuska Strelitze – Kevin Conners
1. Strelitze – Christian Rieger
Warsonofjew – Marc Pujol
2. Strelitze – Rüdiger Trebes
Streschnew / Vertrauter des Golizyn – Kenneth Roberson

Das Bayerische Staatsorchester und der Chor der Bayerischen Staatsoper

von der HP:
Blutige Machtintrigen im finsteren Russland des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Zeitenwende einer Gesellschaft, Zerrissenheit einer Bevölkerung. In Mussorgskys musikalischem Volksdrama stehen sich politische und religiöse Gruppen unversöhnlich gegenüber. Wird das Fürstengeschlecht der Chowansky siegen, oder Zar Peter I. und mit ihm die neue Zeit? Gigantische Chorszenen. Hohe Emotionen. Musik an der Schwelle zur Moderne. Oper total!

Die Packungstexte werden immer blöder. Einheitsplappersosse zu Spaghetti- und Baguette-Opera, übers Bratwurst-Singspiel oder jetzt eben zum Blini-Musikdrama. Plappern gehört zwar zum Handwerk. Besser verkauft haben sich die Vorstellungen deswegen auch nicht. Und zumindest der Regisseur sieht die Sache der Chowanskys nicht als Volksoper, wie man hört und nachlesen kann. Wir werden sehen. Da ich, wie mir scheint, als einer der wenigen Opernfreunde nicht in der Generalprobe war, ist die heutige Premiere für mich eine echte und ich bin recht gespannt.

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