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Cosi fan tutte am 4. März

März 12, 2007

Vor dem heutigen „Barbiere“ habe ich eben bemerkt, dass ich die „Cosi“ vom 4. März nicht gewürdigt habe. Den nachfolgenden Bericht habe ich für ein anderes Forum mit leichten Änderungen geschrieben.

Mein letzter Besuch der Cosi fan tutte vor etwa einem Jahr hinterliess bereits zwiespältige Gefühle, die ich in diesem blog beschrieben hatte.

Es war in der Tat auch dieses Mal für mich ein wenig inspirierender Abend, und ja, es lag zum Teil am Dirigat. Aber sei es drum, dem Publikum gefällt es, und ich gönne Peter Schneider von Herzen den Applaus, den er jetzt bekommt, auch wenn er ihn in der Stärke m.M. nicht wirklich verdient hat. Beim ersten Quintett dauerte es ein bisschen, bis alle Fünfe dabei waren; leider sah ich nicht in den Orchestergraben, weiss daher nicht, ob Schneider schuld war. Die Einsätze bei den Ensembles blieben im Verlauf der Oper ungenau. Dabei sind sie das eigentlich Schöne an Cosi.

Monica Bacelli übernahm für die erkrankte Daniela Sindram die Dorabella. Ein paar Tage vorher hatte ich sie als Diana in La Calisto gesehen und sie in angenehmer Erinnerung. Auch heute war sie sehr spielfreudig und hat sich gut in die Inszenierung gefügt. Einspringern bin ich in der Regel dankbar; allerdings könnte man bei muttersprachlichen Sängern zumindest erwarten, dass sie ein paar Konsonanten für die Solostücke dabei haben; kleinere Textschwächen sind da schon ok. Ich zumindest habe Monica Bacelli nicht verstanden, ihr Gesang klang wie eine Aneinanderreihung von Vokalen.

William Dazeley gab sein Hausdebüt als Guglielmo. Bei seinem ersten Auftritt dachte ich: Hoppla, was für ein Bariton! Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass er auch nur mit Wasser kocht. Sein unfreiwilliger Salto in die Orchesterloge nach seinem Gang um den Orchestergraben sicherte ihm allerdings die Sympathien.

Maurizio Muraro gab einen schlafmützigen. auch stimmlich farblosen Don Alfonso, dessen Gastspiel leider keine einmalige Angelegenheit ist, denn er kommt demnächst als Sparafucile wieder. Man darf gespannt sein.

Ein paar positive Eindrücke hatte ich natürlich auch, sonst wäre ich nicht bis zum Ende geblieben. „Un’aura amorosa“ beispielsweise fand ich sehr gut gebracht von Rainer Trost, bei seiner letzten Arie im zweiten Akt hatte er dann etwas mehr Mühe. Julie Kaufmann als urkomische Despina gehört auf die Habenseite und natürlich Anja Harteros.

Ein paar Worte zu Anja Harteros. Ihre Stimme ist voluminöser geworden, anfangs klang sie auch etwas scharf und mir persönlich gefällt das in der Rolle der Fiordiligi nicht so sehr. Es ist mir einen Tick zu gross für die Rolle. Möglicherweise jammere ich ja auf höchstem Niveau, denn natürlich würden sich andere nach Anja Harteros die Finger schlecken, und wir haben sie in München in einer Repertoirevorstellung.

Für den Sonntagabend hätte es Alternativen gegeben.

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