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Avanti ventilazione

Februar 5, 2007

„Ein Abend in einer lustigen Kirche, um Sünden weg zu lachen, die man morgen wieder begehen wird“, so etwa beschreibt der Regisseur Urs Widmer das aktuelle Programm von Gerhard Polt und der Biermöslblosn im Residenztheater. Was wäre eine lustige Kirche ohne den lustigen Benedikt, heute mit einer laubblasenden macchinetta vom Obi oder vom Lidl (wurscht), der sich aus gutem Grund Wesentliches sowohl in Deutsch als auch in Italienisch versagte. Zum Vermeiden möglicher Mißverständnisse gibt es zum Glück Latein.

Offener Vollzug, ein Staatsschauspiel.

„Habemus Beckstein“, soll kürzlich aus der Staatskanzlei zu hören gewesen sein, natürlich nicht von Benedikt. Man hört, Stoiber sei Lateiner . Eine Ä Ä Ä Ära, die ändlich zu Ände geht.

Ein Staatsschauspiel im Staatsschauspiel. Gerhard Polt und die Biermöslblosn spielen es zwar schon seit letztem Jahr im Residenztheater, ich bin aber jetzt erst an eine Karte gekommen. (Es gibt, wenn überhaupt, nur 2 Karten pro einkaufende Person, wegen der großen Nachfrage).

„Hitler war zwar Vegetarier, ein Zechpreller war er sicher nicht“ Originalton Polt, der als Kleinkind im Kinderwagen im Café Anast Hitler erlebt haben will (tuzituzituzi), als dieser vor lauter Aufregung, Ludendorff dort zu treffen, seine Prinzregententorte nicht bezahlt habe und deswegen Hausverbot erhielt. Das man allerdings 1933 wieder aufgehoben habe.

Beisheim kam dran und die tapferen Bürgermeister vom Tegernsee, die ihre Schulen für ein paar Millionen nicht kaufen liessen. Wiesheu, Faltlhauser und eine roude Hex aus Franken, dazu die Milliardentrasse über Ingolstadt statt über Augsburg nach Nürnberg und der Milliarden-Tramsrapid vom Hauptbahnhof zum Flughafen. Die Baywa und der Kunstdünger, ohnehin ein Thema mit unendlichen Variationen für Biermöslblosn, gehören zu einem solchen Programm wie der süsse Senf zur Weisswurscht. Und welche Gefahren Minoritäten laufen, wenn sie überhand nehmen, wurde auch deutlich gemacht. Rama damma. Hoffentlich bring ich jetzt nichts durcheinander.

Zwei lange Programmteile handelten in einer Agentur für Arbeit und von Hartz IV. Das war derart überzeichnet realistisch, daß mir die Lacher fast im Hals stecken blieben.

Gerhard Polt und die Well Männer sind Komiker, ohne Frage. Sie als solche zu bezeichnen, widerstrebt mir aber. Allerdings steht es so im Programmheft. Ihr Programm ist eine besondere Mischung aus politischem Kabarett, Satire, Parodie, Komik und Musik, die in der Art vermutlich gar nicht überall verstanden würde und auch gar nicht ankäme. Vielleicht in Österreich noch (gottseidank haben wir die Schlacht von Ampfing gewonnen, sonst wären wir heute Österreicher) oder in Schottland (wenn man uns dort verstünde). Die Show hat auch einen losen Handlungszusammenhang. Die Szenen spielen nämlich in einem Irrenhaus. Die Herren Well sind Professor Dr. (Hans, hat entweder zu viel Gletschersonne erwischt oder Bluthochdruck), Oberarzt Dr. (Stofferl) und Unterarzt Dr. (Michael). Abends therapieren sie mit Musik.

Leider konnte ich mir mal wieder nur wenig merken von dem Feuerwerk (vor lauter Lachen). Vielleicht fällt mir ja später noch was ein. Das Programmheft gibt leider auch nur wenig her, weil sich das Staatsschauspiel naturgemäss ständig wandelt. Wer spricht heute noch von der Soccer-WM.

Mariele was in Baltimore. Genau. In Englisch.

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