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Nachwuchs, hoffnungsvoll

Februar 2, 2007

Ein jüngerer Bruder wurde nach einem guten Grundschulabschluss von zuhause weg und nach Nairobi geschickt. Zuhause hätte er keine Möglichkeiten, seine Schulausbildung fortzusetzen. Der tägliche Fussmarsch zur Schule wäre zu weit, um noch Zeit zum Lernen zu lassen, häufig ist nicht genug Essen da und auch das (teuere) Licht zum Lernen wäre ein Problem. Inzwischen ist der Junge in Nairobi angekommen. Und da ist er nun. Zur Schule geht er bereits. Das weitere wird man sehen.

Die Familie erwartet von mir, dass ich helfe, den Jungen durch die Schule zu bringen. Ich habe es ihnen bei meinem Besuch zwar nicht versprochen, denn über den Jungen haben wir damals nicht geredet, aber wenn man mich gefragt hätte, hätte ich natürlich ja gesagt. Also hat man mich erst gar nicht gefragt, sondern ist gleich davon ausgegangen, ich würde es versprochen haben, wenn ich gefragt worden wäre. So ist das nun mal.

Wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich angeregt, den Jungen in einer Schule in der Nähe seiner Heimat unterzubringen, die wegen der weiten Entfernung des Dorfes von weiterführenden Schulen auch eine Boarding Schule hätte sein müssen. Wenn ich mir vorstelle, dass der Junge höchstens einmal im Jahr seine Eltern wird sehen können, aufgrund der Entfernung und der teueren Busfahrt, gefällt mir diese Verschickung nach Nairobi immer weniger. Aber nun kann er eventuell erst einmal im Boy House untergebracht werden, bis eine endgültige Entscheidung fällt.

Nachtrag am 4.2.2007
Wie so oft, ist dann alles ganz anders und so auch in diesem Fall, aber die kryptischen Aussagen in den vorigen emails meines früheren Patenschülers erforderten etwas Fantasie um überhaupt ein Bild von der Situation zu bekommen, dann aber doch etliche Nachfragen. So weit reichte meine Fantasie dann doch nicht:

Der Junge wurde nach Nairobi gebracht, um dort bei einem seiner älteren Brüder, der in einem Aussenbezirk von Nairobi lebt, zu bleiben, eventuell Arbeit zu finden und den Eltern einen Esser abzunehmen. An eine Fortsetzung der Ausbildung hatte man zunächst nicht gedacht. Der Gedanke, den Jungen weiter zur Schule zu schicken, entstand angeblich erst, nachdem er in Nairobi war. Nun bin ich mal gespannt, was aus der ganzen Sache wird. Bei dem Bruder kann der Junge nicht bleiben, wenn er zur Schule gehen soll und für das Boy House wird er vermutlich zu jung und noch zu kindlich sein.

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