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Ringverwirrung

November 9, 2006

Während ich mich in Vorbereitung zu dem Ringzyklus, der an diesem Wochenende beginnt, buchstäblich abplage, um nicht unvorbereitet in die Vorstellungen zu gehen, tut die Staatsoper alles, um ihren Ring-Neulingen das Leben schwer zu machen und die Lust an dem kaum begonnenen Spiel zu nehmen. Zuerst gab es dubiose Ankündigungen, wie die, dass Frau Schnaut zum letzten Mal in dieser Inszenierung singen würde, allerhand merkwürdige Umbesetzungen, dann auf Nachhaken im Forum der BSO die Ankündigung, dass München sich wohl auf eine längere Zeit ohne Ring einstellen müsse, weil man mit der (dann wieder) neuen Intendanz ab 2008 eine Neuinszenierung plane. Irgendwann. Das Irgendwo steht wenigstens schon fest. Aber mir ham’s ja. So eine Lebensdauer von sieben Vorstellungen ist doch mehr als genug für eine Millionen-Produktion. Oder?

Inzwischen schiesst sich die lokale Presse ein. Der Merkur meint auch, dass Geld keine Rolle spielt und für die Süddeutsche kommentierte Tholl (Artikel nicht mehr frei zugänglich). Frau Kayser von der TZ hätte aus den Ring-Resten wenigstens noch ein Gratin gemacht. Was aber macht die Staatsoper, wenn Nagano kein Gratin will? Sie schafft sich den Ring vom Hals und macht einen neuen.

Und das alles wegen der Eitelkeiten eines neuen GMD? Sind die neuen Heroen aus solchem Stoff gemacht? Der Kaiser mag neu sein und seine Kleider auch, und das ist gut so. Der letzte Kaiser aber war ein Kaiser und seine Kleider waren kaiserlich.

PS: Nun komme bitte niemand auf den Gedanken, Gabriele Schnaut sei meine bevorzugte dramatische Sängerin. Das ist mitnichten der Fall. Es ergab sich nur gerade so, dass sie in letzter Zeit hier ständig präsent ist.

PPS:
Inzwischen steht auch auf der Homepage, dass alles, was ist, endet.

Wenn es vom 12. bis 19. November nun Abschied nehmen heißt von der aktuellen Produktion des Münchner Ring des Nibelungen, ist dies auch die vorerst letzte Gelegenheit, Gabriele Schnaut in der Rolle der Brünnhilde im Nationaltheater zu erleben.
Mit Das Rheingold inszenierte Herbert Wernicke das erste Werk der Tetralogie. Nach dessen unerwartetem Tod kurz nach der Premiere übernahm David Alden die Inszenierung der drei folgenden Teile Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung.
Über „Siegfried“ schrieb der Kritiker Wolf-Dieter Peter: „Munter und heftig ging es in Deutschlands zweiter Wagner-Hochburg, in Münchens Nationaltheater zu … Denn ein neues Team – der bayerische Opernpreisträger David Alden und der junge englische Ausstatter Gideon Davey – haben gleichsam in „Siegfried-Manier“ alle Probleme beiseite gefegt – sprich: unbelastet von aller Wagner-Tradition, respektlos gegenüber eingefahrenen Sichtweisen, misstrauisch gegenüber ideologischem Überbau und auch dem verbalen wie vokalen Auftrumpfen der Figuren. Insgesamt: ungemein fantasievoll und keck und frech und witzig und märchenzauberhaft alogisch – und immer wieder auch enorm sensibel.“

Unter der musikalischen Leitung von Peter Schneider ist ein hochkarätiges Sängerensemble zu erleben: Waltraud Meier (Sieglinde), Robert Dean Smith (Siegmund), Stig Andersen (Siegfried), John Tomlinson (Wotan/Wanderer), Mihoko Fujimura (Fricka/Waltraute) und Matti Salminen (Hunding/Hagen).

Dass den Siegmund laut Besetzung für den 12.11. ein anderer gibt, spielt ja nun wirklich nicht die ganz grosse Rolle.

Es darf auch ruhig mal ein bisschen drunter und drüber gehen, wenn so eine Direktion wechselt. In unserer BSO allerdings scheint derzeit eine Hand nicht zu wissen, was die andere tut.

PPPS: Zumindest Die Walküre bleibt spannend:

AKTUELLE UMBESETZUNG: DIE WALKÜRE
Wegen Erkrankung von Gabriele Schnaut wird in der Vorstellung Die Walküre am 12. November 2006 die Partie der Brünnhilde von Linda Watson gesungen.

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