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Tempio Pausania

Oktober 9, 2006

Die Wahl des Standortes für den zweiten Teil meiner Reise fiel auf Tempio, Hauptstadt der Gallura vor allem aus dem Grund, weil mein Rückflug an einem Mittwoch um 9.20 Uhr statfinden sollte und der Weg zum Flughafen in Olbia in ca. einer Stunde zu bewältigen sein würde, ich also nicht zu nachtschlafener Zeit durch das Hochgebirge fahren musste. Ein weiterer Grund war natürlich, dass Tempio ganz sicher nicht an der Schicki Micki Costa Smeralda liegt, sondern mitten auf dem Land, mit kurzen Wegen zu paradiesischen Badebuchten. Mitten auf dem Land hiess für mich natürlich auch, dass ich in eine Art kulinarischen Himmels einzusschweben gedachte – dieser Gedanke breitete sich auf der Hinreise dorthin in meinem Hirn und auf meiner Zunge aus. Er bewahrheitete sich nicht. Das erste Abendessen war zwar nicht karg, sondern italienisch dreigängig, aber bei weitem nicht so, wie ich es in den letzten Tagen gewohnt war, aber auch nicht ausgesprochen schlecht wie in der Kaschemme in Barumini. Es handelte es sich bei diesem ersten Eindruck wohl nur um eine Art sich fortsetzender Schockwellen, denn auch das Hotel, das ich mir ausgesucht hatte, hat mich nicht gerade mit offenen Armen empfangen wie das in Arbatax.

Das Hotel Pausania Inn ist sicher kein schlechtes Hotel. Die Zimmer sind eigentlich geschmackvoll eingerichtet. Die Gebäude sind nur zweistöckig, die Zimmer haben grosse Veranden mit schönem Blick auf die den Ort umspannenden Felsmassive. Das Gelände ist sehr weitläufig, es gibt sogar ein grosses Schwimmbad (für wen auch immer), trotzdem ist es ein eher kleineres Hotel. Das Zimmer roch etwas muffig – ich weiss nicht, woran das lag -, denn alles war blitzsauber. Wäre Tempio meine erste Station gewesen, hätte ich an diesem Hotel sicher nichts auszusetzen gehabt. Aber so! Seufz!

Ich habe auch an den folgenden Abenden im Hotel gegessen, und ich kann sagen, dass das Essen gut war, eine Pasta (gnocchetti sardi mit salsicce und cinghale ragù) war sogar sehr gut. Solide ländliche regionale Küche zu einem sehr ansprechenden Menüpreis, das muss man sagen.

Tempio ist eine nette Stadt. Ein alter verwinkelter Kern mit Natursteinhäusern. Sogar eine Universität haben sie dort und eine Art Kurpromenade zu einer Quelle. Dort sollte sich ein Pub befinden mit einem Internetzugang. Befand sich aber nicht. In der ganzen Stadt befand sich kein Internetcafé! Und das mir! Ich habe es überlebt.

Leider habe ich ausser einem abendlichen Rundgang und einem kurzen Morgenbesuch von Tempio nicht viel gesehen. Es hätte sicherlich etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Gehört habe ich allerdings Schönes: Morgens um acht und abends um acht spielen die Kirchenglocken ein wunderschönes Glockenspiel.

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