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Beni benius, nuraghe, pranzo oder hinterher ist man immer klüger.

Oktober 7, 2006

Neben unzählbaren Naturbildern und – formationen gibt es in Sardinien zählbare (man sagt ca. 7000 ausgegrabene) frühgeschichtliche Kulturdenkmäler – Nuraghi. Nachdem ich nach zwei Tagen wilder Fahrt durch Berge und Schluchten zwar viele Hinweisschilder, aber keine Nuraghi gefunden hatte, beschloss ich, Nägel mit Köpfen zu machen und machte mich auf zum Weltkulturerbe Su Nuraxi. Wie schon gewohnt in Sardinien, steht vor dem Genuss die Arbeit. Ich fuhr also mal wieder stundenlang bergauf/bergab quer durch die Insel fast an die westliche Küste. Wäre ich etwas geduldiger gewesen mit diesen Nuraghi und hätte noch einen Tag gewartet, hätte ich sie auf meinem Weg zum nächsten Hotel am Strassenrand einsammeln können. Aber sei’s drum. Su Nuraxi musste sein. Das Zentrum, eine Verteidigungsanlage, ist ab etwa 1700 v.Ch. entstanden aus vulkanischem Basaltgestein der Gegend. Für die Anlage wird Eintritt erhoben und ein Führer ist Pflicht. Wir hatten Glück und waren nur drei Leute, alles Italienier (der Sprache nach), und wir hatten eine wunderbare, engagierte Führerin, die sehr sachkundig erklärte. Insofern war die weite Reise nicht umsonst, denn die übers Land verstreuten Nuraghen sind meistens nur ausgegraben und sagen nicht unbedingt etwas aus über diese unbekannte Kultur.

Vor der Kultur hatte ich allerdings Hunger und gönnte mir ein Mittagessen in dem naheliegenden Restaurant – ein Fehler, den ich vorher eigentlich roch, aber manche Fehler muss man eben immer wieder machen. Schwamm drüber. Die Pasta – maltagliati con funghi – eine weichgekochte Enttäuschung; il secondo gegrilltes zähes Fleisch mit einem schwarz gegrillten Steinpilz – welch ein Unterschied zu dem liebevollen Gericht von Tag vorher! Der caffè war ordentlich. Barumini – Ort dieser kulinarischen Enttäuschung- liegt nicht nur neben Su Nuraxi, sondern ist auch Zentrum der noch vorkommenden sardischen Wildpferde. Deshalb gab es wohl auch cavallo auf der Karte. Das Essen war übrigens extrem teuer. Beim Zahlen hat man mir übrgens einen Mirto angeboten, auf den ich aber dankend verzichtete.

Nach einer wunderbaren Fahrt durch das abendrote Gebirge kam ich gerade rechtzeitig nach Tortoli, um noch eine halbe Stunde eisschleckend beim abendlichen Corso mitzulaufen.

Tja. Dieses Mittagessen konnte wohl nicht mein letzter kulinarischer Eindruck dieser Gegend bleiben. Für den heutigen Abend versprach ich mir nicht viel vom Hotel-Restaurant, weil eine große Hochzeit mit über 200 Gästen angekündigt war, also blieb nur die Erinnerung an das gestrige Abendessen.

Zuppa di cozze, eigentlich eine Vorspeise, die sich mehrere teilen können, aber auch ein leichtes Abendessen. Und danach die Dessertsensation, warm empfohlen von der griechischischen Rheinländerin, eine Spezialität der Insel. In diesem Teil der Insel heisst sie Sebadas, in der Mitte des Landes und im Norden heisst sie Seadas. Kurz gesagt: eine Riesenravioli, gefüllt mit Pecorino, anstatt im Wasser gekocht, hellgelb in Öl ausgebacken, danach mit heissem Honig beträufelt. Sen-sa-ti-o-nell!

Dazu die zurückhaltend-freundlich, liebevolle Atmosphäre, die wie im Hotel auch im Restaurant herrschte. Ich bin ein Glückspilz.

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