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Ganse frisch i porcini, Signora

Oktober 5, 2006

Mari mossi o molto mossi wurde auch heute morgen wieder angekuendigt, allerdings bereits zum Fruehstueck strahlenden Sonnenschein und eine Italienerin im Hotel, die, als sie mich fragte, ob ich deutsch sprechen wuerde, sich als Griechin herausstellte, die im Rheinland aufgewachsen und zur Schule ging und nach Sardinien geheiratet hatte.

Bewegtes Meer bewegt Sarden (wie Italiener uebrigens alle) weder an den Strand geschweige denn, sich ins Wasser zu bewegen. Das Leben hier ist wirklich hart. Das weiss ich aber erst seit heute nachmittag, als ich nach einer Orietnierungsfahrt durch Gebirgswelten einen Strand zum ausruhen gesucht habe. Badezeug und meine Maissaidecke zum Draufliegen hatte ich zum Glueck mit.

Beeindruckende Landschaft habe ich gesehen, kilometerweit unbesiedelt. Ich wurde hier gerne mal eine Wandertour machen, nach meinen Erfahrungen von heute glaube ich allerdings nicht, dass ich das tun werde, denn wenn bereits die Strassenwegweisung abenteuerlich ist, wie mag das erst in freier Landschaft sein. Die Gefahr, nicht mehr zum Ausgangspunkt und damit zum Auto zurueckzufinden, erscheint mir sehr gross. Heute habe ich mit dem Auto auf jeden Fall nicht einen Ort gefunden, die ich eigentlich sehen wollte, am Ende habe ich die Suche nach den Nuraghi einfach aufgegeben. Dafuer gab es andere schoene Dinge: Einen Windpark in archaischer Landschaft zum Beispiel, absolut genial, ueberhaupt nicht stoerend. Eine Kuh, die ein Kalb saeugte, Schafe, Quellen, Pilzesammler.

Hunger hatte ich irgendwann, aber alles war wie ausgestorben. In der Naehe von Barisardo sah ich ein Lokal mit einigen Autos davor. Es war inzwischen schon halb drei. Erfreulicherweise waren unter den Gaesten eine Gruppe Bauarbeiter (wahrscheinlich von der naheliegenden Strassenbaustelle), das ist naemlich nach meiner Erfahrung ein gutes Zeichen fuer die Qualitaet der Kueche.

Es war auf einer windgeschuetzten Terrasse gedeckt. Ich entschied mich fuer die mit Kartoffeln gefuellte Pasta alla oglistra (den Originalnamen liefere ich nach), um den Vergleich zu denen von gestern zu pruefen. Als Fleischgang bestellte ich scaloppine funghi. Auf derKarte stand „mit Champignons oder Steinpilzen“. Ich fragte, ob es Steinpilze gaebe. Die Pasta war zwar anders als die von gestern abend, allerdings ebenso koestlich. Der Clou waren die scaloppine. Der Chef brachte sie in einer Sosse aus Wein und Butter, sonst nichts, mit angeduensteten, hauchfein geschnittenen Steinpilzen. Ganse frisch i porcini, signora, kramte er seine Deutschkenntnisse heraus. Ein Traum in fast farblos (das Essen nicht der Wirt).

Italien muss man einfach dafuer schon lieben, dass scaloppine ohne Zusatz Kalbschnitzel sind, kein Schwein, keine Pute, einfach Kalb. Das heute war so knackig und wuerzig, dass ich mal ganz kurz an das Kaelbchen denken musste, dass ich ein paar Stunden vorher fotografiert hatte. Aber das konnte ja nun wirklich nicht sein.

Danach konnte ich wirklich nur noch ruhen. Ich fand einen schoenen Sandstrand suedlich von Arbatax. Im Meer kann man leicht noch baden. Zu mehr als einem Fussbad hat es bei mir allerdings nicht gereicht. Zu satt und zu faul. Morgen ist auch noch ein Tag. Dafuer haben meine Augen Meerblau getankt.

Jetzt ist gerade wieder Auftrieb auf dem Corso von Tortoli, dem etwas groesseren Ort vor Arbatax, der eine Art Zentrum ist. Bis acht Uhr flaniert hier alles den kerzengeraden Corso auf und ab oder man macht Einkaeufe, so auch ich jetzt gleich.

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