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Dunkle Wolken

September 17, 2006

Post von den Kenia-Patenkindern gab es kürzlich auch. Eines meiner jüngeren Mädchen berichtet, dass ihr Vater die Miete für das Häuschen in Soweto nicht mehr bezahlen konnte und deswegen mit der Mutter und den beiden kleinen Geschwistern nach Kawangare gezogen sei. Mein Patenmädchen und sein jüngerer Bruder wurden in der Obhut einer Frau zurückgelassen und gehen weiterhin in ihre bisherige Schule. Ich solle mich also nicht wundern, wenn ich bei meinem nächsten Besuch die Eltern in dem Haus nicht mehr antreffen würde. Den Umfang der Armut, der Eltern zwingt, ihre Kinder zurückzulassen und woanders neu zu beginnen, kann ich mir kaum vorstellen.

Auch die Mutter einer meiner Highschool Schülerinnen musste die Unterkunft in Soweto aufgeben, da sie die Miete nicht mehr bezahlen konnte. Wohin sie gezogen ist, weiss ich noch nicht. Auch hier ist anzunehmen, dass sich die Wohnsituation nicht verbessert haben wird. Und es war in dem alten Haus schon sehr bescheiden.

Trotz dieser einschneidenden Veränderungen in ihrem Leben und einer zunehmenden Ungewissheit verbreiten die Briefe der Kinder Freude und Zuversicht, eine positive Einstellung zum Leben, die sie auszeichnet. Keine Ahnung, woher sie kommt. Wie ich von anderen Paten weiss, ist die Lebensfreude in vielen Briefen zu erkennen, auch wenn die Lebenumstände manchmal brutal hart sind. Vielleicht erzeugt Armut unter bestimmten Voraussetzungen eine solche Überlebensstrategie. Die Sonne kann es nicht sein, das weiss ich inzwischen. Zu der Zeit als die Kinder ihre Briefe schrieben, war es kalt in Nairobi. Wer hatte, trug eine warme Jacke und fror nachts trotz mehrerer Decken.

Die Buschtrommeln verbreiteten Gerüchte, die mir durch Rose kolportiert wurden. Sie besagen, ich käme im November nach Kenia. Ich kann mir zwar nicht erklären, wie es zu diesen Gerüchten kommen konnte, denn ich habe bisher mit keinem meiner kenianischen Freunde darüber gesprochen, dass ich möglicherweise meinen Urlaub im Dezember dort verbringen könnte, aber da wie immer nichts fix ist, kann ich auch noch nichts bestätigen.

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One Comment leave one →
  1. CHRISTINA permalink
    Oktober 21, 2006 13:06

    Hallo ich bin die rheinlaendische griechin aus dem Hotel, welche
    ganz herzlich Sebadas empfohlen hat, das war jetzt absoluter Zufall dass ich das hier gelesen hab, und bin mir nicht ganz sicher ob Sie die Dame sind, welche italienisch spricht und circa 3 Naechte im Hotel verbracht hat, ansonsten helfen Sie mir doch bitte auf die Spruenge, es ist ganz nett wenn man unerwartet so etwas freundliches erlebt.
    Tschuess und alles Gute
    Christina

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