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Zwischenzeugnis-Zeit

August 7, 2006

Zur Zeit der Notenverteilung empfinde ich es immer als ganz praktisch, dass es sich bei den Empfängern nicht um die eigenen Kinder handelt. Sich aufzuregen ist damit von vorneherein nutzlos. „Spontane Kommentare“ zu unterdurchschnittlichen Leistungen verbieten sich von selbst und stehen mir auch nicht zu, und für überdurchschnittlich gute Noten ist nicht unmittelbar in bar zu löhnen. Die Herrschaften ernten, was sie im Lauf des Jahres selbst säen. Damit müssen sie entweder auskommen, oder sie können mit den Pfunden wuchern.

Ein paar Gedanken mache ich mir natürlich schon. Noch immer ist mir nichts dazu eingefallen, wie ich Roses unbändigen Lernwillen ausser durch Ermunterung unterstützen könnte. Sie ist wohl an einem Punkt angekommen, an dem sie alleine nicht weiterzukommen glaubt. Ausser ihrem Wunsch nach Förderunterricht in einigen Fächern gäbe es natürlich noch andere Möglichkeiten, ihren Wunsch nach mehr häuslichem Lernen zu unterstützen, die ich allerdings wegen der dann entstehenden Ungleichbehandlung der Kinder nicht ausschöpfen kann und will.
Sie wird ihr Problem alleine und für sich lösen müssen. Dennoch suche ich noch immer nach einer Möglichkeit, denn ihr fehlt vermutlich nur ein kleiner Tick um ihr Tief zu überwinden.

Was Rose zu viel hat, fehlt ihrer Klassenkameradin Gladys. Keine Ahnung, wie man sie aufwecken könnte, mir ist es bisher jedenfalls nicht gelungen.

Jane ist weiter zurückgefallen. Sie wünschte sich zu Beginn des letzten Terms zumindest ein eigenes Mathebuch, um ihre Rückstände aufzuholen. Auch hier sind mir aus Gründen der Gleichbehandlung die Hände gebunden. Andererseits kann der weitere Leistungsabfall auch andere Gründe haben, was ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen kann. Schade, denn in ihr steckt wesentlich mehr.

Auch die Boy House Jungs haben geerntet, nicht allzu üppig, jedoch überwiegend im Rahmen der Erwartung. Allerdings taucht jetzt die von mir schon länger erwartete Frage der Eignung Einzelner zum selbständigen Leben innerhalb einer Jugend-Wohngemeinschaft auf. Dramatische Leistungsabfälle ohne nachvollziehbare Begründung werden zu untersuchen sein, und eventuell müssen sogar unangenehme Konsequenzen gezogen werden. Zwei der vier Zehntklässler im Boy House leiden wie die grosse Mehrheit ihrer Jahrgangsstufe unter katastrophal schlechten Mathenoten. Hier sollte sich allerdings durch das Einbeziehen der zwei besseren Schüler in eine Lerngruppe etwas zum Positiven verändern lassen. Diese Chance hat Jane, die auch in die Zehnte geht, aber bei ihrer Mutter lebt, leider nicht. Es ist schwer verständlich, dass Jugendliche, die in einem Boarding untergekommen sind, es oftmals wirtschaftlich besser haben als die, welche bei ihren Eltern leben können.

Ergebnisse der Abschlussklassen und der Grundschüler stehen noch aus. Der August bleibt durchaus spannend.

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