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Con amore, prego

Juni 23, 2006

Zitat einer Dirigieranweisung Riccardo Muti aus den Proben zu Messa solennelle

Der Titel sollte eigentlich „Kulturelles 2“ heissen, gefiel mir aber nicht, „Hingetupftes“ hiess er dann für einen Tag. Nach der Radioübertragung am 23.6. habe ich ihn nochmals geändert.

Riccardo Muti und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks machten meinen heutigen Abend. Aber nur zum Teil. Auf dem Programm des Konzertes stand die popelige 1. Sinfonie C-Dur von Beethoven, die sowieso jeder vermeintlich in- und auswendig kennt. Muti ist ein Mutiger – vermutlich als Italiener wiedergeborener Preusse – Scherz beiseite – einer der Dirigenten, die grosse Orchesterlehrer sind und dem Publikum das musikalische Universum präsentieren können, jeden Tag anders und jeden Tag neu. Diese C-Dur Sinfonie heute Abend war so filigran, der erste Satz organisiert zerlegt, mit nie gehörten Sequenzen, der langsame Satz schwerwiegend hingetupft (falls es sowas überhaupt gibt), die Musik setzte sich irgendwie wellenartig fort (eine passendere Beschreibung fällt mir vielleicht morgen ein).

Meinen restlichen Abend machte der Chor des bayerischen Rundfunks, dessen Qualität ich zu dieser späten Stunde nur lobpreisen aber nicht mehr beschreiben und begründen kann. Es gab Cherubinis Messa solennelle , wobei ich zu dem Werk wenig sagen möchte, weil ich es zum ersten Mal hörte. Chor und Orchester waren grandios, die Solisten hatten wenig Profilierungsmöglichkeit so wie das Werk angelegt ist. Hinreissend waren die Stellen, wo der Chor mit „halber Besetzung singt“. Und das langsame Ersterben der Musik und der Stimmen am Ende des Dona nobis pace machte nicht nur mich atemlos.

Ich komme noch mal zurück auf die Beurteilung des BRSO samt Chor nach dem Verdi Requiem in Luzern – der Eindruck, den sie heute auf mich hinterlassen haben, war ungleich stärker trotz der vermeintlich geringeren Qualität des Programmes und obwohl sie sich fachlich im Requiem sicher mehr qualifizieren können. Dieser Chor ist ein Juwel.

Und das Beste überhaupt ist natürlich die in der Eintrittskarte beim BR eingeschlossene Beförderung im MVV-Bereich. Einfach unvergleichlich! Schönen Gruss an den Max-Joseph-Platz.

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