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Olé, olé, – olé, olé, olé

Juni 9, 2006

Bereits am Hauptbahnhof konnte ich erahnen, was in etwa mich beim Fanfest erwarten würde. Erwachsene Männer benahmen sich, als fürchteten sie sich vor dem Gang in den Keller. In voller Kriegsbemalung trugen manche farbige Perücken, andere richtige Hörner, ganz Seltsame hatten überdimensionale Zylinder auf dem Kopf, die meisten hatten Fahnen irgendwo rumgeschlungen, um Schultern oder Taille. Manche trugen sogar Schals bei der Hitze. Viele Frauen waren unterwegs, ich schätze mal, es herrschte Gleichgewicht. Zumindest zunächst, denn mit fortschreitender Dauer der Veranstaltung hatte ich den Eindruck, dass man die Mädels eher zum Bierholen mitgebracht hatte. Wir Frauen haben aber auch eine Begabung, so vier, fünf Halbe in zwei Händen über rutschiges Terrain zu balancieren und den Herren der Schöpfung zu Füssen zu stellen. Die Mädels waren ebenfalls in allerhand buntes Flaggenmaterial gehüllt; wozu es bei den Polizisten nicht gelangt hatte, von denen viele ein bisschen Farbe aufgelegt hatten, drei bunte Streifen auf Stirn oder Wangen, sah nett aus; könnte man so lassen.
Ein paar Bilder vom frühnachmittäglichen Sturm auf den Coubertinplatz. Da war es noch möglich. Um siebzehn Uhr wurden die Zugänge gesperrt und niemand mehr hereingelassen.

Wie haben es diese Jungs nur in die U-Bahn geschafft mit ihrer Ausrüstung?

Es gab alles, brasilianische und deutsche Brasilianer, mexikanische und deutsche Mexikaner, viele deutsche Costa Ricaner … usw

Bergpredigt unterm Olympiaturm

Es hatten sich auch alle lieb, oder zumindest die meisten.
Sogar geschunkelt wurde, zu Haindlings „Du damischer Depp du“

Sie haben den Kampf um einen Sehplatz auch aufgegeben.

Angeblich sollen nur 35.000 Leute drinnen gewesen sein, als sie die Zugänge sperrten. Bereits lange vorher war klar, dass nur ein Bruchteil der Besucher das Spiel auf der Grossleinwand würde sehen können. Dazu hätte man mindestens drei oder mehr Leinwände gebraucht. Ich hatte bei dem Konzert zwar einen Platz auf dem Hang ergattert, aber danach wurde es dermassen heiss und eng, dass ich mir etwas zu Trinken organisieren musste und hinterher war natürlich keine Chance mehr auf einen Sehplatz. Ich beschloss daher, mir das Spiel in der Stadt anzusehen. Es war mir, ehrlich gesagt, inzwischen auch zu laut geworden. Tausende warteten bei der Absperrung in Höhe BMW Baustelle auf Einlass. Es wurde gezählt – für hundert, die rausgingen, durften zwanzig rein, denn drinnen war es einfach zu voll. Und noch immer kam eine U-Bahn nach der anderen an, kam vollgepfropft mit Fans, die alle das Spiel in guter Gesellschaft sehen wollten und die alle wieder zurückfahren mussten. Nett war es trotzdem, obwohl sich das Erlebnis für mich nicht morgen gleich wiederholen muss.

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