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Superlative

April 12, 2006

Die Begeisterung nimmt kein Ende. Zuerst Italien und jetzt auch noch die Schweiz! Schon alleine das Wetter seit Freitag! Gut, es gab eine kleine Zugstörung zwischen Zürich und Luzern und er konnte nicht weiterfahren, aber was ist das schon. Die Fahrgäste stiegen aus und nahmen einen anderen Zug.
Luzern ist nett, freundlich, solar, sauber, kunstsinnig, leise. sauber, teuer, verführerisch, organisiert, heiratswütig, luxuriös, nachtlebig, spätaufstehend …

Der Pilatus

Luzern hat einen Konzertsaal. Vielleicht hat Luzern ja auch zwei oder noch mehr. Ich meine den Konzertsaal, ein Wahnsinnsbau. Am Ufer des Vierwaldstättersees, von aussen Landschaft und Stadtbild nicht störend, obwohl es ein modernes Gebäude ist, innen ist es geradezu sensationell. Mal ganz abgesehen von der Akkustik.

Der Konzertsaal hat innen die Form eines Schiffsrumpfes. Als Schweizer oder gar als Luzerner nimmt man viele Einzelheiten aus der Stadtgeschichte wahr, die in der Ausstattung versteckt dargestellt sind, erzählte mir vor dem Konzert eine Platznachbarin. Der Saal bietet Platz für mehr als 1.800 Gäste. Alle Plätze haben ausgezeichnete Sicht auf die Bühne, das habe ich so noch nirgends gesehen.

Die Luzerner sind mit Recht stolz auf diesen Bau, alle, denen ich erzählt habe, dass ich dort im Konzert und ganz begeistert von dem Ort war, lächelten dieses stolze patriotische Lächeln. Sie wissen schon, was ich meine.

Essen kann man dort vorzüglich, wie überhaupt oft in Luzern, wie mir scheint. Die Gehdistanz zur Altstadt lässt alle Varianten für die Gestaltung des Abends nach dem Konzert, oder welcher Veranstaltung immer, offen.

Das Haus von der Seeseite aus gesehen.

Nachdem ich also die wichtigste Örtlichkeit meines Wochenendbesuches ausgekundschaftet hatte, machte ich einen Spaziergang durch die Altstadt und entlang der Reuss und liess mich nur allzugerne inmitten von Hunderten sonnenhungriger Leute in einem der Strassencafés nieder, um den Rest des Nachmittags bis zum Beginn des ersten Konzertes zu vertrödeln.

Was mich an meinem Ankunftstag in eine schweizer Post getrieben hat, wissen die Götter, vielleicht waren es die schlechten Erfahrungen in Italien, die mich zweimal ewig lange Schlange stehen liessen, bis ich entnervt aufgab. In Luzern zumindest ist das alles anders: Man zieht ein Nümmerli und kriegt sofort angezeigt, in wieviel Minuten man bedient würde (1-2 Minuten an einem Freitagnachmittag!). Und so war es denn auch. Vor lauter Begeisterung bin ich am Samstag Vormittag nochmal hingegangen und zu meinem grossen Erstaunen schloss die Post gerade am Samstag, als ich mich um 16 Uhr auf den Weg zum 2. Konzert machte. Kein weiterer Kommentar. Mir fiele nämlich gerade noch was ein zur schweizer Bahn und zur deutschen, die jetzt Bahn AG heisst, wie ich mich auf meinem letzten Reiseabschnitt kurz vor zuhause belehren lassen musste.

Rütli

Das frühsommerlich schöne Wetter am letzten Samstag liess keine Wahl als den Tag auf einem der Schiffe auf dem Vierwaldstättersee zu verbringen. Da letztes Wochenende Fahrplanwechsel war, fiel die Wahl der richtigen Tour gar nicht so leicht. Eigentlich wollte ich ja das Sonntagszmorge-Schiff als Abschluss meines Wochenendes buchen, aber leider kam gerade ab diesem Sonntag das Schiff eine Stunde zu spät für meinen Zug nach Zürich an. Also entschloss ich mich zu einer Linienfahrt über Bürgenstock-Vitznau nach Rütli und zurück, was immerhin gute 5 Stunden dauerte und meiner Lust nach Seefahrt sehr entgegenkam. Den ganzen See bis Flüelen zu durchfahren, ging aus Konzert-Zeitgründen leider nicht. 49 Schweizer Franken für 1.Klasse auf dem Oberdeck erscheint mir ein angemessener Preis für das, was man an so einem ausgesprochen schönen Tag mit wunderbarer Bergsicht geboten kriegt.

Gegessen habe ich ordentlich auf diesem Schiff, Eglifilets und Gemüse sind durchaus empfehlenswert und kein Vergleich zu dem, was man hirzulande in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgesetzt bekommt, wenn überhaupt.
Fotos habe ich auch gemacht und inzwischen auch schon begeistert angesehen. Schön war’s.

Nachdem ich weder im Picassomuseum, das immerhin gleich neben meinem Hotel lag, noch in der Jesuitenkirche, noch im Wagnerhaus, noch in der Sammlung Rosengart war, von anderen Museen ganz zu schweigen, werde ich mich zum nächsten Osterfestival wohl wieder aufmachen, nicht ohne die Absicht, das zu dieser Zeit stattfindende Comix-Spektakel Fumetto ebenfalls zu besuchen, was ich dieses Mal viel zu spät mitgekriegt hatte. Immerhin hatte es fast fünfmal so viele Besucher als das Osterfestival.

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