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Vallo di Diano

April 6, 2006

Der Cilento umfast nicht nur den Küstenstreifen, sondern hat auch ein Hinterland, das keinen Massentourismus kennt, auch nicht während der Sommermonate. Meine Hoteliersleute hatten mich gleich am ersten Tag darauf aufmerksam gemacht, dass es zumindest lohnend wäre, die Certosa di Padula zu besuchen, und das habe ich mir dann auch fest vorgenommen. Am Sonntag war es dann soweit, ich hatte ein Auto gemietet und machte mich auf den Weg, immer in Richtung der A3, die von Reggio in den Norden führt, aber ohne darauf zu fahren. Bei Buonabitacolo kreuzt man die Autobahn und auf der gegenüberliegenden Seite des weiteen Tales liegt die Stadt Padula vor dem Besucher. Die Altstadt sieht aus wie an den Berg geklebt, ich habe sie allerdings nicht besucht, da eine Wahlkampfveranstaltung stattfand und ich wollte nicht unnötig Zeit verlieren. Das Kloster, die Certosa di San Lorenzo, das aussieht wie ein Schloss, liegt am Eingang der Altstadt. Besonders schön fand ich die Ansicht des Kreuzganges mit der daraus erwachsenden Stadt und je nach Standpunkt, dem Berg, der das Kloster überragt.

Die Gründung des Klosters war im 14. Jahrhundert, jedoch wurde bis ins 19. Jahrhundert weitergebaut. Auch hier ist der Eintritt kostenlos. Fotografieren in den Innenräumen ist verboten. Unter einer Kartause stelle ich mir eigentlich etwas Karges vor, das findet man hier mitnichten. Die Mönche (einige Klausen) sind zugänglich, haben höchst komfortabel in Zwei-Zimmer-Appartements mit eigenem Gartenzugang gelebt, die sich hinter dem Kreuzgang in einem Viereck befinden, das den riesigen Innenhof umschliesst. Sehenswert ist die gut erhaltenene Küche mit tollen Fliesen und einem hohen Kamin und in der der Schutzheilige der Köche gekocht haben soll. Beeindruckend das Refektorium, die Räume des Priors, die Kirche mit dem Renaissance Portal. Ausserdem gibt es noch eine wunderschöne Wendeltreppe in die Bibliothek des ersten Stockes. Leider sind die meisten Gegenstände aus den Gebäuden verschwunden, dennoch ist die barocke Pracht dieses grössten italienischen Klosters, das ein nationales Heiligtum ist, beeindruckend.

Dem Rat meines Gastgebers folgend habe ich dann noch die kleine mittelalterliche Stadt Teggiano besucht. Auch sie liegt an den Hängen der Berge, allerdings an den westlichen, und sie hat vielleicht vierhundert Einwohner aber zwölf Kirchen, manche noch nicht restauriert. Auf der Piazza fand ein Markt statt, der gerade zu Ende war, und so liess ich mich nach einem Spaziergang durch den Ort in einer Bar zum caffè nieder, und wie so oft in den letzten Tagen wurde ich angesprochen und habe mich nett unterhalten.

Ein Tag ist leider viel zu kurz, um all die schönen Plätze anzusehen. Das Vallo wäre ein guter Platz, um eine Wanderwoche zu verbringen. Das Tal wird begrenzt von Hochgebirge, so kann man das schon nennen, und Schnee gab es auch oben noch reichlich.

Im Tal blühten aber Mimosen und Forsythien sowie die ersten Obstbäume.
Erstaunt hat mich, dass dort keine Mountainbiker oder Motorradfahrer zu sehen waren, das Gelände wäre ideal. Zwei Radfahrer habe ich getroffen und das war es dann auch schon, aber besser so, denn so war es friedlicher. Auf einer (mit Mitteln der EU) sehr gut ausgebauten Umgehungsstrasse ging es durch schöne Landschaft zurück nach Palinuro.

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