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Abschied und Napoli

April 6, 2006

Nachdem mich die nette Signora von Palinuri Travel, wo ich für ein paar Tage ein Auto gemietet hatte, am Bahnhof Pisciotta-Palinuro abgesetzt habe, fuhr ich gemächlich mit einem Intercity nach Neapel, gerade richtig, um Abschied zu nehmen von dieser schönen Landschaft und so manchen Ort nochmals zu sehen. Der Vesuv hüllte sich einmal mehr in Wolken und auch in die Amalfitana konnte man nicht hinübersehen. Mein Hotel Eden hatte ich aus rein logistischen Gründen ausgewählt, da ich nur eine Nacht bleiben und am nächsten Tag früh zum Flughafen musste. Das Hotel ist sehr edel renoviert, etwas laut (Müllabfuhr mitten in der Nacht), liegt etwa 50 m vom Bahnhof und direkt gegenüber der Haltestelle des Alibus zum Flughafen, für mich also perfekt geeignet.
Gleich nach der Ankunft in Neapel machte ich mich auf einen langen Spaziergang, zuerst Richtung Hafen, wo es zog wie Hechtsuppe, vorbei an Castello Nouvo und Palazzo Reale und quer durch die Stadt – ein wahrer Hexenkessel. Nach einer Woche totaler Ruhe musste ich mich erst einmal an diesen unglaublichen Lärm gewöhnen und an das unglaubliche Durcheinander. Wunderschöne Plätze gibt es in Neapel und wie könnte es anders sein – ungesucht befand ich mich vor dem Teatro San Carlo und als wäre es vorausgeplant gewesen, machte auch gerade die Abendkasse auf (jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn ist Last-Minute-Verkauf). Man spielte Cosi fan tutte, allerdings gab es nur noch ganz wenige sehr seitliche Plätze ohne Sicht und das wollte ich dann doch nicht. Das Theater wird bei weitem nicht jeden Tag bespielt und einen weiteren Besuch in Neapel werde ich wohl auf den Spielplan abstimmen.
Nachdem ich nun doch nicht ins Hotel zurück zum Umziehen musste, liess ich mich in einem Cafe der gegenüberliegenden Galleria Umberto nieder, wo ich ein paar Postkarten schrieb, die ich dann bei der danebenliegenden Posta aufgeben wollte. Der Kellner schnorrte meinen (Werbe-)Kugelschreiber, den ich ihm gerne überliess, und ich stellte mich in die Reihe der Postkunden. Nach einer Stunde gab ich genervt auf, denn vor Einbruch der Dunkelheit würde ich die Karten wohl kaum loswerden, bei der Geschwindigkeit, die bei der Abfertigung an den Tag gelegt wurde. Es war auch noch Auszahlung der Pensionen für einen Buchstaben (die sich in Neapel sage und schreibe 15 Tage hinzieht, jeden Tag erfolgt die Abfertigung von 1-2 Buchstaben). Meine Karten habe ich dann ein paar Tage später in Luzern abgeschickt.
Exkurs über Portopreise für Postkarten von Europa nach Afrika, Versand per Luftpost: Deutschland 1 Euro, Italien 0,62 Euro, Schweiz 1,80 Franken entsprechend 1,15 Euro.

Nach der caffè- und Post-Pause schlenderte ich durch die Via Toledo, die sich inzwischen mit sehr vielen Leuten gefüllt hatte, machte mich mit dem Bussystem und dessen Bezahlung vertraut, denn zu Fuss hätte ich es niemals mehr zum Hotel geschafft. So vertraut, dass drei Franzosen, denen ich sagte, in welcher Richtung sie zum Bahnhof fahren müssten, sich per Handschlag von mir verabschiedeten. Wenn die gewusst hätten … LOL

Jedenfalls habe ich am nächsten Morgen den Alibus gefunden bzw. er mich, am Flughafen war noch Zeit für ein schnelles Frühstück bei Autogrill, und nach reibungslosem Rückflug war ich tatsächlich pünktlich um elf Uhr an meinem Schreibtisch.

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