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Boy House

Oktober 21, 2005

Gestern abend habe ich die Zusage gegeben, das was wir ein wenig überschwänglich „Boy House“ nennen, in Angriff zu nehmen. Wir werden klein anfangen, mit 4 jungen Leuten, damit ich die Kosten notfalls alleine tragen kann. Etwas mulmig ist mir schon dabei. Nach der Grundausstattung werde ich versuchen, das Projekt so solide zu finanzieren, dass es für eine längere Zeit weitergeführt werden kann, auch wenn ich als Geldgeber vorübergehend oder ständig ausfallen sollte.

Die Idee des Boy House wurde aus der Not heraus geboren. Nach meinem ersten Besuch in Nairobi hatte ich das Bedürfnis, sofort ein Wohnheim gründen zu müssen, denn mitanzusehen und anzuhören, wie wöchentlich Schüler kommen, die keine Bleibe mehr haben, weil sie Aidswaisen geworden sind oder von ihren Verwandten nicht mehr durchgefüttert werden können, war mir unerträglich. In meinem Optimismus hatte ich mir gleich eine Unterkunft mit mehreren Räumen und mit Hauseltern/-Mutter/-Vater zur Betreuung und Aufsicht vorgestellt, was sich nicht finanzieren liess, zumindest nicht von einem alleine. Der Leiter der Schulen hatte nun fast zeitgleich mit mir die Idee, ältere, verantwortungsbewusste Schüler in einer Art Wohngemeinschaft zusammenleben zu lassen. Diese brauchen nur eine sporadische Aufsicht, und man kann nicht nur die Personalkosten einsparen sondern natürlich auch den Raum, den die Betreuer benötigen. Aus der Not heraus gibt es bereits eine solche Wohngemeinschaft von drei jungen Männern, eine weitere – meine – soll jetzt dazukommen, wobei ich durchaus der Meinung bin, dass Einheiten von drei vermutlich zu klein sein werden, denn eine Art Supervisor brauchen sie natürlich schon auch. Aber das muss jetzt alles ausgetüftelt werden.
Mein geplanter Weihnachtsurlaub hat sich damit erst einmal erledigt. Ich hätte sowieso nicht gewusst, wohin fahren.

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