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Margaret

Oktober 10, 2005

Nach dem chaotischen Tag des Wiedersehen wollte mich Margaret alleine sprechen. Sie war sehr bewegt, als sie mir ein Bild ihrer leiblichen Mutter zeigte, das ihr grösster Schatz ist. Margarets Mutter war eine sehr schöne Frau, etwa 40 Jahre alt, würde ich schätzen, und sie hatte sich für den Fotografen extra schön gemacht. Margaret sieht ihr sehr ähnlich. Sie ist vor drei Jahren gestorben, ein halbes Jahr nach ihrem Mann. Sie zeigte mir auch ein Bild der jüngsten Schwester, die bei der Grossmutter auf dem Land lebt und beim Tod der Mutter noch nicht mal ein Jahr alt war. Die Nachhilfe, die ich eigenmächtig angeleiert habe, zeigt Früchte. Ich habe den Lehrer gesprochen, der mit Margaret jeden Tag nach dem offiziellen Unterricht lernt, und wir haben auch während meines Besuches das Ergebnis der Zwischenprüfung des letzten Terms erhalten, wo sie sich um 40 Punkte verbessert hat. Nach wie vor möchte ich ja lieber glauben, dass Margaret keine Nachhilfe brauchte, sondern eher die Extra-Zuwendung, die sie mit niemanden zu teilen hat. Obwohl ihre Lehrer und Aufsichtspersonen sagen, sie würde mal eine gute Mutter werden, wäre mir doch schon lieber, sie noch vier Jahre in die Schule schicken zu können. Dann ist sie alt genug, und dann ist auch immer noch Zeit für alles.

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