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Safari

Oktober 2, 2005

Nach unserem Flug von München über Zürich nach Nairobi wurden wir von Francis abgeholt, der in den nächsten Tagen unser Safariguide sein sollte. Die erste Nacht in Nairobi verbrachten wir im Nairobi Safari Club , ein Hotel in der Stadtmitte, das mehr verspricht als es halten kann. Es ist im Kolonialstil eingerichtet, ganz nett eigentlich. Wozu man für eine Nacht zwei Zimmer braucht, die mit Möbeln vollgestellt sind, erschliesst sich einem auch nicht auf den ersten Blick.
Die von mir nach meiner ersten Nairobireise so sehr gelobte Swiss leidet seit kurzem woohl unter dem Lufthansa-Syndrom: Essen schlichtweg ungeniessbar, Service Lufthansa-Standard, Dahinscheiden aus Durst während eines Achtstundenfluges nicht ausgeschlossen.
Das war es dann aber auch bereits alles Unangenehme dieser Reise.
Edit: Nein, war es nicht. Mein Beauty Bag kam nämlich in Nairobi nicht an. Es würde mir nachgebracht, „Whereever you will need it“. Wer braucht im Busch schon ein Beauty Bag! Aber das wusste ich zu der Zeit noch nicht.

Dienstag, 13.9.2005
Frühmorgens holte uns Francis mit einem riesigen Landcruiser ab; zunächst ging es in das Büro von Sunworld Safaris, um die überzähligen Koffer während unserer Tour unterzustellen. Anschliessend machten wir uns auf den schlaglochreichen Weg zum Great Rift Valley. Nachdem es unterwegs emfindlich kalt war und zu regnen anfing, merkte ich ziemlich schnell, dass ich meine Regenjacke evrgessen hatte. Also erstand ich am ersten Aussichtspunkt eine grosse Maasaidecke, die sich in der folgenden Safariwoche als mein wichtigstes Kleidungsstück erweisen sollte.

Unser erstes Ziel war das Kigio Wildlife Reservat am Malewa River. Das Gebiet ist absolut malariafrei, da es ca. 2000 m hoch liegt, Malariaprophylaxe ist nicht erforderlich. Der Malewa-River ist der Zufluss zum Lake Naivasha, dem einzigen Süsswassersee im Great Rift Valley. Am Flussufer wurden 5 Lehm-Rundhütten in traditionellem Stil errichtet, die zum Fluss hin offen sind. Meine war die „Aberdare“; alle verwendeten Materialien sind lokal, das Bett und die Einrichtung überwiegend aus Treibholz. Statt Lichtschalter anzuknipsen wurden am Abend Kerosin-Laternen angezündet. Da ich Flüsse so sehr mag hat es mir nachts besonders gefallen, und in der ersten Nacht konnte ich zwar nicht schlafen, weil ich dem Murmeln des Wassers zuhörte, war aber trotzdem in aller Früh munter und ausgeruht und hörte den Vögeln zu.
Natürlich machten wir gleich nach der Ankunft unseren ersten Game Drive zusammen mit Francis und einem Scout. Ziemlich schnell machten wir Bekanntschaft mit dem „Savannaexpress“, wie man hier die Warzenschweine nennt, viele Thomsons und andere Gazellenarten rannten herum, Wasserböcke dagegen behielten stoische Ruhe. In dem Reservat wurde die vom Aussterben bedrohte Rothschild Giraffe angesiedelt (erkenntlich an den weissen Beinen) und ausserdem eine zahme Giraffe aus dem Nairobi Giraffe Centre, die man füttern kann, was ich auch natürlich auch tat. Im Kigio Reservat kann man sehr gut zu Fuss auf Safari gehen, vor den weissen Rhinos wollte man sich allerdings fernhalten. Es gibt eine Unzahl von Vögeln, Kandelaber-Euphorbien, und immer wieder grandiose Ausblicke auf den schlammbraunen Fluss, der sich zum Teil träge windet und zum Teil zerklüftete Felsufer, an denen man klettern kann und und kleine Wasserfälle hat. Zwei Tage und Nächte blieben wir in der Lodge und im Kigio Wildlife Conservancy, die ein Ort des Friedens ist. Der nachmittägliche Regen und die nächtliche Kälte tat meinem Vergnügen keinen Abbruch, dem meiner beiden Mitreisenden schon etwas, denen die fehlende Beleuchtung im Bad etwas zu schaffen machte. Die beiden Iren, die während unserer Aufenthaltes in der Lodge heirateten liessen sich von ihrem After-Trauung-Game-Drive im weissen Kleid, offenen Jeep und strömenden Regen jedenfalls nicht abhalten

Rothschild-Giraffe, aus dem Giraffen-Centre angesiedelt, zahm


Rothschild-Giraffe, unzahm, im strömenden Regen

Lake Nakuru
Mittwoch, 14. September

Es hatte geregnet in der Nacht und der Aufstieg zu unserem Jeep war schlammig und sehr rutschig. Kalt war es auch und meine schöne Decke hat gute Dienste geleistet. Auch die Safarihüte, die man uns bei der Ankunft geschenkt hatte, kamen zum Einsatz gegen Nieselregen. Wir machten uns auf Richtung Nakuru, auf dem „Highway“ zwar nur eine kurze Strecke, die allerdings dauert. Wer noch nie in Kenia war, kann sich von dem Zustand dieser Strasse keine Vorstellung machen. Der Lake Nakuru ist ein Salzwassersee im Great Rift Valley.

Der Banner auf meinem alten Weblog zeigt eine Ansicht auf den See, ein Abklatsch dessen, was einem in der Realität erwartet. Der See ist teilweise bedeckt von Flamingos in allen Rosa- und Rotschattierungen, Millionen von Flamingos umsäumen den See, es sollen bis zu 3 Millionen sein. Von mir aus hätte die Reise hier zu Ende sein können. Ich hätte mir einen Liegestuhl ans Ufer gestellt und den Tieren beim chatten zugehört und sie beim Stolzieren und Formationsfliegen beobachtet. Dort will ich unbedingt wieder hin, möglichst mit meinen kenianischen Kindern, für mich ist das Phänomen ein Weltwunder. Ein Kanadier hatte mir am Abend vorher in der Lodge erzählt, am See sei es sehr laut, stinkig und sehr schmutzig – wie unterschiedlich können Wahrnehmungen sein.

Der Nakuru Nationalpark hat natürlich noch viel mehr zu bieten, Pelikane, Reiher, Taucher, Marabus, Fischadler, Sekretärvögel, sogar unsere heimische Bachstelze habe ich gesehen, der es wahrscheinlich zu blöd war, ins unwirtliche Europa zu fliegen. Und einen Buchwunsch habe ich Birds of Kenya and Northern Tanzania, ein Bestimmungsbuch, das Francis dabei hatte und das uns auf der weiteren Safari auch noch gute Dienste leistete.

Im Regen auf der Flucht vor den Störenfrieden

Ich wäre gerne am See geblieben, meine beiden Mitreisenden wollten aber noch mehr Tiere sehen. Der Park hat black and white Rhinos, Wasserböcke, viele Gazellen, Rothschildgiraffen, Monkeys und Baboons und hatte für uns drei etwas ganz Spezielles: Ein hunting dog, der nach Angabe unseres Guides seit drei Jahren in Nakuru nicht gesehen wurde.

Zwischendurch machten wir eine Lunchpause in der Lake Nakuru Lodge, die ein sehr grosses Lokal hat, in dem man überraschend gut essen kann. Wohnen möchte ich dort nicht, da war mir meine Hütte am Malewa River doch viel lieber. Den Abend verbrachten wir gemütlich um das Kaminfeuer sitzend und ich freute mich schon auf meine schlaflose Nacht.


Aus dem Picknick wurde nichts

Zur Maasai Mara

Donnerstag, 15. September 2005

Frühmorgens Abreise. Die Fahrt in die Mara sollte sechs bis sieben Stunden dauern. Wir fuhren über Naivasha, wo wir nochmals etwas Geld abhoben, viele Stunden über eine Strasse, die zum Teil nur aus Schlaglöchern bestand, zum anderen Teil Baustelle war, Richtung Narok. Francis leistete Knochenarbeit, ständiges Gegensteuern, auf den Gegenverkehr achten, denn jeder versuchte, den Löchern auszuweichen, so gut er konnte, da spielt die falsche Strassenseite ganz lange eine untergeordnete Rolle. Erstaunlich auch, wieviel Staub man aufnehmen kann. Überall am Strassenrand winkten uns Kinder freundlich zu, viele Erwachsene grüssten ebenfalls. Wie uns Francis sagte, mögen die Menschen nicht, wenn sie ungefragt fotografiert werden. Der mitreisende Mann meiner Freundin machte auch diese Erfahrung, als er aus dem fahrenden Auto heraus ein paar Männer vor einer Hütte sitzend aufnehmen wollte. Sie drohten mit den Fäusten; von E. war es einfach eine Unaufmerksamkeit, die nicht mehr passieren sollte. Endlich kamen wir in Narok an, das als Tor zur Mara gilt. Tankstopp und erste Souveniraufnahme, bei mir fand sich ein erstes Maasaipaar aus Rosenholz, sehr schön filigran gearbeitet, ein. Gehandelt hat meine mitreisende Freundin. Ich kann so etwas nicht.

Von Narok aus sollten es noch etwa eineinhalb Stunden bis zu unserere Unterkunft für die nächsten drei Tage sein. Wir fuhren durch eines der Gates und wurden registriert. Von da an fuhren wir auf privaten Strassen, die zwar auch nicht besser, aber wenigstens nicht asphaltiert waren. Die Mara ist kein Nationalpark, sondern ein Tierreservat. Die dort lebenden Maasai benutzen das Land als Weideland für ihre Herden und besiedeln es in traditioneller Weise. Auf der Fahrt durch das steppenartige Land begegnen wir immer wieder Hirten im traditionellen roten Tuch. Auch Zebras und Gazellen begegnen uns in grosser Zahl.

Am frühen Nachmittag erreichten wir endlich das David Livingstone Safari Resort. Es liegt im nördlichen Teil der Maasai Mara direkt an einer Biegung des Mara-Flusses. Wir wurden bereits erwartet, schnell eingecheckt und zum Essen auf die Terrasse am Flussufer gebracht. Ich dachte, ich sehe nicht recht, als der Oberkellner Samson auf das etwa 3 Meter von uns wegliegende Krokodil deutete. Es sah wie ausgestopft aus.

Mara Tage

Donnerstag, Freitag, Samstag

Natürlich unternahmen wir bereits an unserem Ankunftstag eine abendliche Pirschfahrt. Mit dem grossen Landcruiser konnten wir abseits der Pisten der Safaribusse fahren. Das Dach war hochgefahren und für drei Personen waren die Bedingungen zur Beobachtung der Tiere, zum Fotografieren und Filmen optimal. Ich selbst musste mich allerdings auf das Beobachten und im Kopf speichern der Erlebnisse beschränken, denn beim Wechseln des Cf-Flash Speichers meiner Kamera hatte ich am Vortag wohl etwas kaputt gemacht. Wie mir ein junger Mann in der Lodge sagte, ist dieser CF-Schacht sehr empfindlich und ich solle keineswegs selbst daran herumbasteln, da es sonst teuer werden würde. Ich habe also keine eigenen Bilder vom Rest der Reise und hoffe nur, dass die Flamingo Bilder von Nakuru zu retten sind. Dafür filmten und fotografierten aber meine beiden Mitreisenden unentwegt, und ich bin mir gar nicht so sicher, wer von uns dreien nun die Reise mehr genossen hat.

Heute sahen wir nun erstmals grosse Gnuherden, Topis, Kuhantilopen, die Maasaigiraffe (keine weissen Beine), dafür oft mit unterschiedlichfarbigem Fell, manche sind ganz dunkel. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde Francis ziemlich nervös und wir dachten schon, er habe sich verfahren (kein Wunder – kreuz und quer, wie wir gefahren waren) und finde die Lodge nicht mehr, sein Funkmikrofon legte er gar nicht mehr aus der Hand, spähte links und rechts. Dann sahen wir ein paar weitere Safarifahrzeuge in einiger Entfernung zu einer Schirmakazie und darunter: Ein sich räkelnder Gepard (Cheetah).

Freitag morgen fuhren wir querfeldein zu einer Stelle am Mara River, wo wir mit etwas Glück die Flussüberquerung würden beobachten können. Davor waren allerdings Francis, seine Vorliebe für tiefste Wasserlöcher und seine Hilfsbereitschaft all denjenigen gegenüber, die technisch nicht so gut ausgerüstet waren wie wir. So warteten wir oft längere Zeit nach Durchquerung einer tiefen Stelle bis uns folgende Safaribusse die Stelle ebenfalls gemeistert hatten. So kam unser männlicher Begleiter zu wunderbaren Filmaufnahmen einer vermeintlich beschwerlichen Safari. Unterwegs trafen wir Hippos in einem Fluss, die sich anscheinend so gestritten hatten, dass einer dabei ums Leben kam. Das Tier trieb tot im Wasser.
Am späten Vormittag kamen wir ans Ziel. Am gegenüberliegenden Steilufer des Flusses (meiner Meinung waren wir an der Stelle, wo der Fluss die Grenze zwischen Tanzania und Kenya bildet) befanden sich riesige Herden von Gnus und Zebras, die immer wieder versuchten, zum Wasser zu gelangen. Im Wasser lauernd Hippos und an unserem Ufer Krokodile. Es war eine beeindruckende Szenerie. Wir warteten sehr lange. Die Tageszeit sprach allerdings nicht dafür, dass die Tiere den Fluss überqueren würden. Nach zwei Stunden suchten wir uns einen sicheren Platz für Picknick und Pinkeln.

Das „going around the bush“ war immer ein Problem. Das Verlassen des Fahrzeuges ist nicht immer erlaubt und manchmal muss man es sich eben verkneifen. Bei einem Ganztagesausflug nicht ganz unproblematisch.

Nach dem Picknick erfuhr Francis über Funk, dass Löwen gesichtet wurden waren. Wir fanden die Stelle bald, ein Aufnahmeteam der BBC war auch schon da. Wir positionierten uns günstig und nicht zu nahe, um die Tiere nicht zu stören und warteten was geschehen würde. Die Tiere ruhten. Es waren zwei Damen. Sie dachten gar nicht daran, irgendein Glied zu regen. Nach und nach trafen immer mehr Fahrzeuge ein. Eine Löwin drehte sich mal und räkelte ihre Beine in der Luft. Manche Guides fuhren zugunsten besserer Bilder sehr nahe an die Tiergruppe heran. Kein Wunder, dass diese genervt davonschlichen.

Francis ist nicht nur ein ausgezeichneter Guide (seine Lieblingstiere sind Vögel), er weiss auch ganz viel über die einzelnen Rassen und Gattungen, das er uns erzählte, während seine Augen ständig von links nach rechts und umgekehrt nach Tieren und Pflanzen Ausschau hielten und natürlich nach Wasserlöchern, um sie spektakulär zu durchqueren. Er wollte schliesslich auch seinen Spass haben. Ich nenne nun hier nicht jedes wilde Tier, das wir unterwegs getroffen haben, es waren Unmengen. Habe ich die Baboons schon erwähnt? Riesige Familien mit Tieren aller Alterstufen. Warum der liebe Gott diesen schönen nun aber einen nackigen Arsch verpasst hat, weiss wohl nur er alleine.

Mein Lieblingssäugetier ist das Warzenschwein, der Savannaexpress oder „Humba“, wie Francis sie nannte. Sie sind zu witzig mit ihrem Schwanz, den sie in die Höhe halten wie ein Fremdenführer seinen Schirm, damit die Touristen folgen können.

Impala, Wasserböcke, alle Arten Antilopen, Hyänen, viele viele Vögel haben wir gesehen und das alles in einer Umgebung, die unbeschreiblich schön ist in ihrer Kargheit und ihrem Reichtum.

Auf dem Weg zurück für uns ganz alleine: Ein (vermutlich von einem Löwen) frisch erlegtes Wildebeest, an dem sich eine Hyäne gütlich tat, Maul und Fell mit frischem Blut verschmiert. Wie lange würde es wohl dauern, bis von dem Gnu nur noch das saubere Gerippe übrigblieb, ähnlich denen, die wir so oft am Wegrand sahen.


Oft sieht man auch vermeintliche Termitenhügel. Francis sagte uns, das seien häufig Tierkadaver, die von Ameisen mit Erde verkleidet würden.

Samstag war Morgengrauen Game Drive angesagt. Vor dem Frühstück. 8.05 Uhr erste Löwen. 8. 47 Uhr Elefanten in Massen, grosse, kleine Babies, einfach alles. Glück, sonst nichts. Danach begleiteten uns zwei Giraffen, eine links und eine rechts, sicher hundert Meter weit. Und hinter den Schirmakazien weitere Giraffen im Gänsemarsch. Ein Traum.
Gleich wache ich auf, dann gibt es Frühstück.

Sonntag, 18. September 2005
Nach dem Frühstück verliessen wir den gastlichen Ort. Ein letztes Mal Francis Spähen links und rechts, das letzte Mara Zebra, die letzte Maasai Giraffen, die letzten Gnus, Sekretärvögel, die letzten Rinderherden und Hirten. Narok. Tankstelle. Batik kaufen und eine Karte. Warum schicken sie die Kinder nicht zur Schule. Es ist Sonntag. Ach ja. Mount Longonot – die Strasse scheint nicht mehr so viele Schlaglöcher zu haben. Und an der Baustelle wird gearbeitet. Warum arbeiten die Sonntags, Francis? They are paid double, my dear. Ach so.
Rechts herum um den Naivashasee. Vor uns ein Mercedes 300. Bei diesen Strassen. Vorbei an Elsamere. Wollt ihr das sehen? Nein, lieber nicht. Unzählige Gewächshäuser. Millionen Rosenstöcke. Viele Leute auf den Strassen. Hier wird immer gearbeitet. Das Gebiet ist die grösste Gärtnerei der Welt und kein Naturschutzgebiet.
Wir sind auf dem Weg zum Crater Lake Camp. Ich bin schon sehr gespannt, wie unsere Safari enden wird. Nun soll es ja endlich in ein tented Camp gehen.

Crater Lake

Sonntag, 18. September

Besser hätte man unsere Safari nicht abschliessen können als hier. Ein kleiner dunkelgrüner Kratersee in ziemlicher hoher Lage, von Bäumen umsäumt, ein paar hundert Flamingos (wahrscheinlich auf Erholung von dem Nakuru-Strees), an einem Ende ein Camp, bestehend aus 10 festen Zelten oder Cottages und einem offenen Hauptgebäude, wo gegessen wurde. Ich bekam ein Zelt, es könnte dieses gewesen sein.
Eigene Bilder kann ich leider erst später einfügen, denn meine Kamera ist noch immer KO.
Meine Begleiter entschieden sich für ein Cottage, das aber ebenso eingerichtet war. Es gab für jeden eine grosse Veranda, Schaukelstühle, die Inneneinrichtung hinsichtlich Bad etc. ist perfekt. Wir waren neben einem Paar die einzigen Gäste, weil Sonntag Abend, und das Crater Lake Camp ist hauptsächlich ein Wochenend-Refugium für Leute aus Nairobi, wohin es nur etwa eine Stunde zu fahren ist. Nachdem ich mich von der Fahrt etwas ausgeruht hatte, machte ich einen ersten Spaziergang alleine rund um den See. Es war einerseits eine himmlische Ruhe und andererseits ein Hören von allerhand Vogelstimmen, unterlegt vom brummenden Geräusch der Flamingos, die sich von der Spaziergängerin nicht stören liessen. Kurz vor Ende meines Rundganges stiess ich auf zwei Adler, die sich an einem gerissenen Flamingo gütlich taten. Leider sah ich sie etwas spät und sie flogen auf einen Baum über mir. Ich wartete dann ruhig eine lange Zeit, allerdings trauten sie dem Frieden nicht und blieben oben.
Vor dem wunderbaren Abendessen legten die Angestellten auf einem an einem Baum ausgebrachten Brett Futter für die zum Camp gehörenden Wildkatzen aus, die sich auch promt einstellten.
Noch ein Glas Wein auf einer der Terrassen, die obligatorische Wärmflasche im Bett , unserer sicherer Schlaf wurde von 8 Askari bewacht. An diesem friedlichen Platz hätte ich es leicht noch eine Weile ausgehalten, aber am nächsten Tag sollte es zurück nach Nairobi gehen.

Crescent Island und Naivasha

Montag, 19. September 2005
Der Naivashasee hat zwar einen Zufluss (Malewa River) aber keinen Abfluss. Das Süsswasser des Sees wird zum Teil unerlaubterweise zur Bewässerung der umliegenden Gewächshäuser benutzt, so dass der Wasserspiegel ständig sinkt. Das am südlichen Ende des Sees gelegene Crescent Island ist also keine Insel mehr sondern inzwischen eine Halbinsel. Sie ist ein privates Reserverat und im Besitz einer weissen Kenianerin, die den riesigen Besitz von ihrem spanischen Vater geerbt hat. Das Gelände ist zugänglich und dient der Naherholung der Nairobier. Unser Führer erzählte uns, dass am Sonntag 600 Gäste dagewesen seien. So viele waren es am Montag nicht. Ausser uns war fast niemand da.

Dies war nun also ein Pirschgang statt einer Fahrt. Wir sahen viele Giraffen, Zebras, einige Gnus, die selbst in diesem Gebiet ihre kleine Migration haben, viele Gazellen. Im See selbst leben Flusspferde. Unser Führer wollte uns eine Wasserpython zeigen, die wir auch nach langem Marsch in der Mittagshitze unter einem ausgegrabenen Baumstumpf fanden. Ihre Schönheit könnten wir aber nur erahnen. Sie hätte nämlich keine Lust, sich aufzurollen und hervorzukommen.

Ein schlechter Nachgeschmack blieb, zumindest bei mir, nach diesem Rundgang. Es war der unglaubliche Reichtum, der dort zutage trat. Die vielen Polopferde, ein Polostadion, die Villa hoch über dem See, zwei Flugzeuge, private Jachten im Unterstand und das alles in der Hand einer Weissen, wenn auch naturalisiert und wahrscheinlich dort geboren.

Anyway – wir liessen uns das Mittagessen schmecken, das wir auf meinen Wunsch in Naivasha nahmen. Ich wollte den Tilapia essen, der aus dem See kommt.

Anschliessend ging es zurück nach Nairobi, Koffer bei Sunworld Safaris abholen, einen Kaffee trinken, unsere Zufriedenheit ausdrücken und dann brachte uns Francis zu unserer Unterkunft für den zweiten Teil unserer Reise, dem mir schon bekannten Fairview Hotel, Stütz- und Ruhepunkt für unserere nächste Woche in Nairobi.

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