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Besuch im Maasaidorf

Oktober 1, 2005

Besuch im MaasaidorfFür Samstagnachmittag hatte man einen Besuch in einem Dorf organisiert. Ich war eher skeptisch, denn ich dachte, man würde uns etwas sehr touristisches präsentieren und von unverschämten Forderungen der tapferen Krieger für das eigenen Bild hatte man ja auch schon gehört. So schlimm war es dann nicht.

Wir kamen zu dem Dorf. Der Sohn des Chiefs kam zum Auto, begrüsste uns und führte uns hin. Die Rundhütten aus Lehm waren im Kreis um eine freie Fläche angeordnet. Die Frauen des Dorfes fingen an zu tanzen und nahmen I. und mich sogar in ihre Mitte und wir versuchten mitzutanzen. Das sieht auf dem von E. gedrehten Film sicher oberdoof aus. Inzwischen versuchte sich William (er gab mir später seine email-Adresse) als Fotograf, erstaunlich gut. Das Dorf war kein Showdorf. Die Menschen leben dort tatsachlich. William zeigte uns sein Haus. Es handelt sich um ein Einraumhaus, lediglich ein kleiner Vorratsraum war neben dem Eingang abgeteilt. In der Mitte ist die Feuerstelle, links eine rindslederbezogene Schlaffläche für die beiden Kinder, rechts das gleiche in größer für die Eltern. Fertig.

Im Dorf leben nur die ganz kleinen Kinder, ich würde sagen, bis etwa 6 Jahre. Die anderen scheinen in Boarding Schools zu sein. William erzählte mir, dass er beschlossen habe, die Kinder ganz früh zu unterrichten, zuerst habe er es selbst gemacht, mit seinem kleinen Sohn spricht er noch heute jeden Abend Englisch. Er führte uns zu einem Baum, unter dem eine Tafel aus schwarz gestrichenen Brettern stand, davor 4 Bänke aus roh gezimmerten Brettern. Täglich zwischen acht und eins ist Unterricht. Der Lehrer kam hinzu, ebenfalls traditionell in rot gekleidet, der mir erzählte, er habe eine Ausbildung als Primarylehrer und sei jetzt in sein Dorf zurück gekommen, um die Kinder zu unterrichten. Man wünscht sich ein Dach über der Tafel. Ein amerikanischer Tourist, der demnächst kommen soll, hat das Dach bereits zugesagt. Sie brauchen unsere Hilfe nicht, trotzdem werde ich Herrn William einen Brief schreiben, mich bedanken und Fotos mitsenden. Seine Adresse ist eine Lodge in der Nähe.

Inzwischen hatten die Frauen ausserhalb des Dorfes eine Art Markt aufgebaut, ebenfalls rund wie ihr Dorf, und boten die von ihnen gefertigten Dinge wie Armbänder (das Elefantenarmband stammt von dort), Ketten, Schlüsselanhänger, kleine Schnitzereien an. Wir versuchten, jeder Frau etwas abzukaufen. Jede der Frauen verkaufte auf eigene Rechnung, wie uns William erklärte; der „Eintritt“ in das Dorf jedoch, der durch unseren Veranstalter zu bezahlen war, kommt der Community zugute. Wir sammelten also die Sachen ein, an denen wir interessiert waren und dann begann der Handel, William verhandelte für uns mit den Frauen. Bis auf ein paar Lesezeichen aus Kuhhaut, bekam ich alles, was ich wollte. Wir sassen auf dem Boden, die Frauen standen um uns herum. Manchmal waren Eifersüchteleien zu spüren, wenn eine der Damen nicht billiger als die andere verkaufen wollte. Am Ende aber waren wohl alle zufrieden.

Es war ein schöner Nachmittag. Francis wollte nicht gleich nach Hause, sondern wollte uns eine Python zeigen. Der Schelm fuhr uns kurz vor Sonnenuntergang ins dürre hohe Gras …. und packte einen Picknickkorb, Champagner und Nüsse aus! Das hätte es nicht echt nicht gebraucht!

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