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La forza del destino

Juli 12, 2005

La forza del destino, die diesjährige Münchner Festpielpremiere, ist zumindest hinsichtlich der Inszenierung bei der Kritik ziemlich durchgefallen. Musikalisch gingen die Meinung zwar leicht auseinander, waren dennoch überwiegend positiv. Was tun als Besitzer einer teueren Karte für die zweite Vorstellung? Verkaufen? Ein Dummer sollte sich schon finden lassen. Oder reingehen und der Dinge harren? Ich machte gestern letzteres, und das war gut so. Mein Platz war im dritten Rang Mitte, zweite Reihe. In der Tat spielt sich in den ersten beiden Akten vieles an der Rampe ab. Das ist von Vorteil für alle, die wie ich in den oberen Rängen sitzen und dann vielleicht auch noch etwas hinten – sie sehen dann wenigstens etwas. Das Konzept des Spielens an der Rampe anstelle die Bühnentiefe zu nutzen, erschien mir jedoch recht schlüssig zu sein, auch das Kulissenschieben war nicht störend und schön gar nicht langweilig. Ich möchte jetzt nicht versuchen, eine Inszenierung zu beschreiben, die die wenigsten gesehen haben; ich persönlich fand sie nicht schlecht und die übrigen Zuschauer wohl auch nicht, denn gebuht wurde nicht. Musiziert wurde überdurchschnittlich – kein Überschwang, weil doch auf 1-2 Positionen nicht ganz festspielwürdig gesungen wurde. Der Alvaro wurde in der 2. Vorstellung planmässig von Frank Porretta gesungen, der sich nach etwas schwächerem Beginn wunderbar steigerte und eine tolle Leistung ablieferte. Kurt Moll (der mich in seiner Rolle als Padre Giordano) ständig an Josef Kardinal Ratzinger erinnerte, der aber meines Wissen nicht mehr in München singt) sang hinreissend. Er sass oder stand einfach nur da und sang! Violetta Urmana nach anfänglich harten Höhen ebenfalls mit einer eindrucksvollen Vorstellung der Leonora. Die wunderbar präzisen Chöre erhielten zu recht sehr viel Applaus. Fabio Luisi und das Orchester waren der Motor dieser unerwartet beeindruckenden Vorstellung.

Besetzung

Musikalische Leitung Fabio Luisi
Inszenierung David Alden
Bühne und Kostüme Gideon Davey
Choreographische Mitarbeit Beate Vollack
Licht Reinhard Traub
Chöre Andrés Máspero

Don Carlo di Vargas Mark Delavan
Don Alvaro Frank Porretta
Preziosilla Dagmar Peckova
Fra Melitone Franz-Josef Kapellmann
Un alcade Gerhard Auer
Un chirurgo Christian Rieger
Il Marchese di Calatrava Steven Humes
Leonora di Vargas Violeta Urmana
Padre Guardiano Kurt Moll
Curra Barbara Heising
Trabuco Kevin Conners

Das Bayerische Staatsorchester
Der Chor der Bayerischen Staatsoper

Gespielt wurde die Mailänder Fassung von 1869

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  1. Forza « rossignol’s

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