Wien
Juni 28, 2009
Am restlichen Wien kam ich natürlich auch nicht vorbei, wenn ich schon mal da war. Die Zeit für Sightseeing war allerdings stark eingeschränkt, denn wen wundert es, dass ich stattdessen eine zufällig vor dem Musikverein angebotene Karte für die Matinée der Wiener Philharmoniker erwarb, womit ich erstmal für ein paar Stunden aufgeräumt und weg von der Strasse war. Nur gut, dass ich vorher im Opern-Café um die Ecke ausgiebig gefrühstückt hatte. Hatte ich schon erwähnt, dass mein feines Hotel in Schönbrunn 30 Euro für das Frühstück berechnet? Es war zugegebenermassen nicht schlecht – aber 30 Euro? Der nächste Tag sah mich beim Frühstück auf dem Naschmarkt. Der Zimmerpreis war allerdings ein Schnäppchen. Kein Wunder, dass hrs es ohne Frühstück angeboten hat.
Auf dem Foto hier sieht man die große Multimediawand an der Seite der Staatsoper, auf der den ganzen Juni über Aufführungen nach draussen übertragen wurden. Auch die Werther-Aufführung mit Beczala und Isokoski übrigens, die ich besucht hatte. Allzusehr brüsten müssen wir Münchner uns also nicht mit unserer „Oper für alle“ einmal im Jahr auf dem Max-Joseph-Platz! Und ob Wien nun ausgerechnet eine Direktübertragung der Münchner Lohengrin-Neuinszenierung am 5. Juli auf den Wiener Rathausplatz braucht, bezweifle ich einfach mal.
Man mag es nicht glauben, aber ein Foto von der Wiener Staatsoper ohne posierende Touristen zu machen, ist fast unmöglich. Einen Moment zu erwischen, an dem kein bunter Bus davor steht, ist ganz unmöglich. Möglicherweise geht es im Morgengrauen. Absolut lästig finde ich die in abgewetzte Livreen verkleideten Verkäufer von Konzertkarten (für Konzerte irgendwo, mit der Oper oder den Philharmonikern haben die nichts zu tun), Pferdekutschenfahrten und ähnlichem Schnickschnack, die das Stadtzentrum bevölkern. In Side oder Antalya geht es vergleichsweise dezent zur gleichen Sache.
Ich habe dann doch noch einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt gemacht und habe mir ein paar schöne Häuser angesehen, war aber eigentlich auf der Suche nach einem guten Eisladen. Dieses zum Beispiel ist jetzt ein Hotel, gleich hinterm Stephansdom. „Visiting Mozart“ steht auf der Litfass-Säule. In dem Haus daneben soll Mozart mal gewohnt haben. Ich habe da nur eine Kneipe gefunden. Dafür erklang aus dem Taxi vor dem Hotel Mozarts d-moll Klavierkonzert. Ob Mozart im Taxi auf Anweisung passiert weiss ich nicht. Die U-Bahnen waren immerhin Mozart-frei.
Besonders schön fand ich das Obergeschoss dieses bescheidenen Anwesens. Das Turmzimmer und die Glashausaufbauten würden mir reichen, denn ich bin nicht sehr anspruchsvoll. Gleich unterhalb gab es auch einen Eisladen und Do & Co ist um die Ecke, also wäre auch der kleine Hunger kein Problem.
Wie wahrscheinlich jeder Wien-Tourist konnte auch ich mich nicht der Faszination des Dom-Dach-Farbenspiels entziehen. Deshalb gibt es jetzt die volle Dröhnung.

Der Rest des Stephansdomes war leider oder zum Glück eingerüstet, so dass mit mehr Bildern nicht gerechnet werden muss. Den Rest des Nachmittags bin ich übrigens mit U-Bahn und Strassenbahn ein bisschen durch die Stadt gefahren. Zur Donauinsel zum Beispiel, die bei grauem Wetter nicht sonderlich einladend wirkte, wie überhaupt der Fluss in der Stadt nicht besonders attraktiv ist. So hatte ich doch noch ein bisschen gesehen, wie sich Wien in den letzten paar Jahren verändert hat, ehe ich mich auf den Weg zum Westbahnhof mit seinen elend weiten Wegen von den U-Bahnen machte. Ob das besser wird, wenn der Bahnhof keine Baustelle mehr ist?
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